Kindeswille und Kindeswohl ...

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Bei den umrahmten Zitaten handelt es sich um einen Auszug eines Umgangsbeschlusses des Amtsgerichtes Tempelhof-Kreuzberg, 133 F 7996/15 vom 22.07.2015!

[veröffentlicht auf www.sorgerechtapartheid.de]

Anlass für die Einholung eines Sachverständigengutachtens ist unter diesen Umständen nicht gegeben. 
Das Gericht ist überzeugt, dass das seelische Wohl L.s gefährdet würde, wenn ihr wiederholt ernsthaft und nachhaltig geäußerter Wille, keinen Kontakt mit dem Vater haben zu wollen, in diesem Verfahren nicht beachtet würde. 
Sie müsste erleben, dass ihr Wille nicht zählt und nicht respektiert wird. Eine solche Entscheidung wäre mit der hohen Bedeutung, die das Bundesverfassungsgericht dem Kinderwillen in Verfahren einräumt, in denen es um ihr Schicksal und ihre persönliche Zukunft geht, nicht vereinbar (BVerfG FamRZ 2010,865; BVerfGE 75,201).Die vom Vater vorgeschlagene Anbahnung eines Umgangs durch auszubauende Emailkontakte scheidet gleichsam aus, denn L. verweigert alles, was einen Bezug zu einem Umgang mit ihrem Vater hat.
Hinzu kommt, dass der Vater es weiterhin nicht verstanden hat, dass es neben der rein rechtlichen Dimension, eine weitere viel wichtigere Dimension, nämlich die zwischenmenschliche gibt, die von ihm mehr fordert als die Einforderung seiner Rechte als Vater. Sie erfordert Einfühlungsvermögen und Respekt vor der Persönlichkeit und dem Willen seines heranwachsenden Kindes, deren Zuneigung man nicht erzwingen kann.
Die Nachdrücklichkeit, mit der der Vater seit 10 Jahren sein Umgangsrecht mit L. verfolgt, lässt die Annahme zu, dass der Vater auch zukünftig nicht davon ablassen wird, den Umgang mit L. zu erzwingen.An dieser Stelle erscheint es wichtig, L. einen Schutzraum zu gewähren, den sie braucht, um sich ungestört zu entwickeln.Entsprechend war auch ein Umgangsausschluss für die Dauer von mehr als einem Jahr erforderlich.

  

Kommentar des Väterwiderstand.de

Unterstellen wir einmal, dass in den allerwenigsten Fällen, in denen ein Kind sich über Jahre hinweg weigert, Kontakt mit seinem Vater zu haben, eine freie Willensäußerung vorliegt. Das zeigt die Erfahrung.

Denn Müttern, bei denen das gemeinsame Kind lebt, wird es es in Deutschland nur allzu leicht gemacht, den Umgang und den Kontakt des Kindes mit seinem Vater zu sabotieren und zu boykottieren.

Dass damit in den wenigsten Fällen den Kindern Gutes angetan wird, ist diesen Müttern und ihren Helfern bekannt. Indem sie es trotzdem tun, offenbaren sie ihre Skrupellosigkeit.

Ihnen (den Müttern) wäre es ein Leichtes, das Kind davon zu überzeugen, dass sein Vater es genauso liebt, wie seine Mutter vorgibt, es zu lieben und das der Umgang mit seinem Vater ihm gut tut.

Bei einem solchen mütterlichen Verhalten gäbe es keine Umgangsprobleme.

 

Eine offensichtlich inkompetente Familiengerichtsbarkeit, die -nicht nur- in familiengerichtlichen Umgangsverfahren ein Interpretationsmonopol zu besitzen scheint, macht in verantwortungsloser Weise davon Gebrauch und legt das von Gesetzes wegen zu beachtende Kindeswohl entsprechend aus: einmal so - einander mal anders!

In beiden Fällen aber immer um den Vater auszugrenzen, wenigstens aber um Umgang so minimal wie möglich zu gewähren. 

 

Ich habe mit Schreiben v. 27.10.2015 beim Familiengericht Tecklenburg einen Antrag auf Übertragung des gemeinsamen Sorgerechtes anhängig gemacht, in dem ich auch auf den Willen meiner 14-jährigen Tochter hingewiesen hatte, die sich -mir gegenüber- für ein gemeinsames Sorgerecht ausgesprochen hatte.

In dem diesem Hauptsacheverfahren vorausgehenden Verfahrenskostenhilfeverfahren wurde VKH nicht gewährt, weil die Erkenntnisse aus den vorherigen Verfahren keine Möglichkeit böten, das gemeinsame Sorgerecht einzurichten.

Auf den geäußerten Kindeswillen wurde mit keiner Silbe eingegangen - auch nicht in dem Beschwerdebeschluss des OLG.

 

Ich habe daraufhin eine Gegenvorstellung eingereicht, in der ich unter anderem auf dieses Defizit hingewiesen hatte:

Auch in Bezug auf dieses Sorgerechtsverfahren, hatte sich meine Tochter ausdrücklich gewünscht, dass beide Eltern sorgeberechtigt sein sollen. Sie, sehr geehrte Frau Richterin, ignorieren das in verfassungswidriger Weise um anschließend lapidar festzustellen, dass entsprechend § 1696 BGB „triftige Gründe“ zur Änderung der ergangenen Sorgerechtsentscheidung nicht vorliegen. Sie ignorieren und mißachten auf diese Weise auch den Willen einer fast fünfzehnjährigen Heranwachsenden, auf den die Familiengerichtsbarkeit doch immer dann betont Wert legt, wenn er (der Wille des Kindes) durch mütterliche Indoktrination beeinflusst sich gegen Umgang mit dem Vater manifestiert. Warum also lassen Sie im vorliegenden sorgerechtlichen Verfahren die Interessen meiner Tochter unberücksichtigt? Muss man ein Schelm sein, um sich nach allem Böses dabei zu denken? Oder sind wir ansonsten verständige Durchschnittsbürger nur zu dumm, um das drollige Jonglieren, mit dem Sie und Ihre Kollegen und Kolleginnen Vorschriften und Paragraphen händeln, zu verstehen?

 

Es wird immer deutlicher:

Der selbst durch offensichtliche mütterliche Manipulation des Kindes geäußerte Kindeswille ist dann entscheidungserheblich, wenn er zu einem  Ausschluss von Umgangs-und Sorgerechten führt.

Unberücksichtigt bleibt er aber immer dann, wenn er väterliche Ansprüche unterstützt.

Es ist insoweit durchaus gerechtfertigt, von sich überschlagenden Kapriolen familiengerichtlicher Argumentation zu sprechen.

 

 

Juristische Dummheit offenbart sich aber in solchen Formulierungen:

Hinzu kommt, dass der Vater es weiterhin nicht verstanden hat, dass es neben der rein rechtlichen Dimension, eine weitere viel wichtigere Dimension, nämlich die zwischenmenschliche gibt, die von ihm mehr fordert als die Einforderung seiner Rechte als Vater. Sie erfordert Einfühlungsvermögen und Respekt vor der Persönlichkeit und dem Willen seines heranwachsenden Kindes, deren Zuneigung man nicht erzwingen kann.

Wer über lange Jahre hinweg es unterläßt, ein Kind vor mütterlicher Bindungsintoleranz zu schützen um dann, wenn das Kindeswohl in den Brunnen gefallen ist, Vätern, die ihre Kinder mit rechtsstaatlichen Mitteln (es gibt ja durchaus auch noch andere, das Kindeswohl weniger belastende Möglichkeiten, auf unwillige Kreidekreismütter einzuwirken) schützen wollen, mangelndes Einfühlungsvermögen und mangelnden Respekt vor der Persönlichkeit und dem Willen seines heranwachsenden Kindes vorzuwerfen, der macht sich vollends unglaubwürdig und zeigt, dass er den intellektuellen Ansprüchen, die an eine Familienrichterin zu stellen sind, nicht gewachsen ist.

Aber dadurch wird ebenfalls sehr deutlich, dass Kinderrechte und Kindeswohl vor deutschen Familiengerichten in großer Gefahr sind.  

 

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Personen in dieser Konversation

  • Auszug aus meinem Kommentar auf www.sorgerechtapartheid.de:

    Kinderrechte und Kindeswohl sind vor deutschen Gerichten nicht in Gefahr. Sie scheitern bereits bei der Einlasskontrolle.:p
    Zynisch kann formuliert werden:
    Selbst ein (Akten-)Austausch des kindlichen Willens (von Tecklenburg nach Berlin und umgekehrt) würde am Ergebnis der Verfahren nichts ändert.
    “In Deutschland kann man, statt einen Prozess zu führen, ebenso gut würfeln”,meinte einst ein ehemaliger Bundesverfassungsrichter.
    Wer allerdings gezwungen ist an einem deutschen Familiengericht seine Interessen und Rechte zu vertreten muss indes noch zur Kenntnis nehmen, dass die Würfel keinen Aufdruck haben.
    So wird das Interpretationsmonopol der Roben gesichert, damit "das von Gesetzes wegen zu beachtende Kindeswohl...einmal so - einander mal anders ausgelegt" werden kann - nach Beliebigkeit und stets zu Lasten von Kindern und ihren Vätern.
    Kindeswille, Kindeswohl, kindliche Selbstwirksamtkeit - allesamt Begriffe aus der rabulistischen Gülle staatstragender Ideologen und Demagogen.
    Sarkastisch formuliert:
    Soldatinnen und Soldaten,die "unsere" Freiheit zunehmend an fernen Gestaden verteidigen und sich dort um das Wohl von Kindern "kümmern", mögen zwar andere Mittel anwenden als Jugendämtler, Psychologen und Richter hierzuland, doch das Ergebnis ist meist gleich.
    Familienzerstörung.

    Aus dem Handbuch der Familienzerstörer:
    Kein Kindeswille ist derart das er nicht rabulistisch gegen den Vater in Stellung gebracht werden könnte.
    Kein Kindeswohl ist derart gefährdet das es nicht noch Geldfluss auslösen könnte.
    Keine gemeuchelte Kinderseele ist unnütz.

  • Selbst ein (Akten-)Austausch des kindlichen Willens (von Tecklenburg nach Berlin und umgekehrt) würde am Ergebnis der Verfahren nichts ändern.

    Tecklenburg - eine Stadt, in der alles stinkt und wo alles spuckt und kracht und raucht, eine Stadt deren Namen man nicht zu kennen und die man nie gesehen zu haben braucht! (frei nach Hannes Wader in seinem Song "Langeweile")

    Hier würfelt man nicht, um Recht zu sprechen. Hier genügt zur rechtssicheren Wahrung des Kindeswohls eine Glaskugel. Und diese Glaskugel soll auch nur darüber hinweg täuschen, dass man nichts unversucht ließe, Kinder von ihren Vätern zu trennen und Müttern die Absolution für deren kindeswohlkriminelle Verbrechen zu erteilen.

    Das läßt sich -wie vorstehend treffend beschrieben- leicht mit Hilfe eines Interpretationsmonopols umsetzen, für das die Familiengerichtsbarkeit zwar lizensiert, aber leider nicht genug (aus)gebildet ist.

    Den in Deutschland einreisenden Flüchtlingen sei angeraten gut aufzupassen und nichts voreilig zu unterschreiben, bevor sie etwas anerkennen und bevor sie sich zu etwas verpflichten, was Deutschland zu leisten offenbar nicht durchgehend zu leisten in der Lage ist:
    Integration sei ein Geben und Nehmen, sagte Nadine Schön, CDU-Fraktionsvizin im Bundestag, dem Spiegel.
    Ich als Flüchtling würde das erst unterschreiben, wenn deutsche Familienrichter und -richterinnen zuvor darüber belehrt wurden, dass mit "geben und nehmen" nicht die Flüchtlingskinder gemeint sind oder entsprechende Rechte aus Art. 6 GG.

   
© ALLROUNDER

Bolles Newsflash


Es kann auch prägnant, einfach, kurz und verständlich formuliert werden.

Hier zum Nachlesen die Big Five der vom Väter-Netzwerk.de an die künftige Regierungskoalition gerichteten Forderungen:

1 Wechselmodell zum Regelfall erklären

2 Konsequente Durchsetzung des Umgangsrechts

3 Gemeinsames Sorgerecht ab Geburt

4 Qualitätsstandards im Familienrecht

5 Mediation vor kindschaftsrechtlichen Verfahren

Eine Reihenfolge der Postulate erscheint mir nicht zwingend vorgegeben, u.a. weil eine (vernünftige) Mediation die Gleichheit der Eltern vor dem Gesetz, dem Mediator, den Jugendamtlern, den Richtern und den sonstigen Familienkonfliktlösern erfordert.

Zuvörderst gilt:

Weg mit der Sorgerechtapartheid  !

Gemeinsames Sorgerecht von Anbeginn und ohne Wenn und Aber ist nicht alles.

Aber ohne Gleichheit der Eltern durch gemeinsame Obsorge ist alles nichts.

 

 

scheint ein im Familienrecht notwendiger Hinweis zu sein, so wie einst als es noch wenige private Telefonanschlüsse gab und diese Aufforderung, oft ergänzt durch den Hinweis  Nimm Rücksicht auf Wartende, Münzfernsprecher zierte, weil kein Zeittakt für Ortsgespräche galt.

Wer das zweifelhafte Glück hat Gegenstand eines familienpsychologischen Gutachtens zu sein wird den Spruch Fasse dich kurz mit dem Hinweis Denk an die die das Lesen müssen verbinden.

Kein Richter liest hundert Seiten gequirlte Klugheit geldheischender Scharlatane mit dubiosen Psycho-und anderen Titeln, obwohl er die Sülze in Auftrag gab.

Dem sogenannten Kindeswohl sind diese narrativen Elaborate, die auf Spekulationspsychologie, Ideologie und Einteilung der Eltern in gut und schlecht beruhen, abträglich, weil sie einen Zustand beschreiben wie er war und die Lösung des Familienkonflikts allein aufgrund des Zeitverlustes durch die Papiererstellung des Gutachtens verhindern.

Es wird viel geschrieben im deutschen Familienrecht.

Gewiß ist manch Gutes, Durchdachtes, Fundiertes, Schlaues dabei und es werden viele Buchstaben dauerhaft in Papier "gegossen".

Wer schreibt bleibt?

In familiengerichtliche Verfahren betreffend den Umgang und die gemeinsame elterliche Obsorge vom Gericht bestellte "Sachverständige" als Gutachter erwecken mit dem Beschreiben von Papier den Eindruck eines sinnhaften Tuns.

Für die Lösung des Elternkonflikts ist diese Tätigkeit sinnfrei.

Die Fragen bleiben indes.

Wer liest das Niedergeschriebene und was ändern viele Worte und Worthülsen die mit ihrem Papier vergrauen?

Nun hat der größte deutsche Väterverein, eine Interessengemeinschaft die sich als Aufbruch für Kinder versteht, eine Stellungnahme zum Evalationsbericht der Bundesregierung zum Mediationsgesetz von 2012 veröffentlicht.

Neun Seiten Umfang und als PDF herunterzuladen.

Eine Fleißarbeit, etwas Hirn, viel Altbekanntes und fromme Wünsche sowie für den der sich durch das Schriftstück gequält hat ein Fazit:

" Wir würden eine Ausweitung der Mediation im Bereich des Familienrechts außerordentlich begrüßen.

...

Wir sind gerne bereit, unsere Erfahrungen und Ideen in den angekündigten Diskussionsprozess mit einzubringen."

Nun kann zunächst dahingestellt bleiben mit wen und mit welcher Regierung, mit dem Justizministerium oder dem Superministerium für alle außer Väter, der Väteraufbruch reden will und was gar das Ziel sein könnte.

Geredet wurde oft, nur nie auf gleicher Augen-, Lobby- oder Ideologieebene, quasi genau so wie im Familiengerichtssaal.

Eine VAFK-Stellungnahme zu einem Gesetz das sich, wie die halbgare Sorgerechtsreform vom Mai 2013 u.a. rabulistische Kuriositäten und politische Kabinettstückchen made in germany, kurz und knapp als weiterer familienpolitischer Flop bezeichnen lässt, ist populistisch und überflüssig.

Kluger Schein vermag auch beim Väteraufbruch das Wesen nicht dauerhaft zu übertünchen, weil Nutzen oder Erfolge familiärer Konfliktlösungen durch Mediation so wissenschaftlich belegt sind wie das neuzeitliche Gender Mainstreaming, so unbestimmt wie der juristische Kunstbegriff vom Kindeswohl.

Im Familienrecht wird durchwegs gegaukelt, doch statt die Interessen von Vätern zu vertreten werden diese von ihrem größten bundesweiten Verein mit Trugbildern von  Engagement hinters Licht geführt, vertröstet auf eine Zeit in der die Kindheit und Jugend ihrer entfremdeten Kinder Vergangenheit ist. 

Ein weiterer Ausbau der parasitären Helferindustrie und ein Anbiedern bei Mutterkultlern ist sicher nicht der Weg um das jahrzehntelange Familienunrecht und die staatlich geförderte Familienzerstörung zu beenden und die Praxis der Sorgerechtapartheid  und die Ungleichbehandlung der Eltern endlich auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen.

"Wir würden eine Ausweitung des Wirkens der Helferindustrie im Bereich des Familienrechts außerordentlich begrüßen?"

 

 

Der tragische Fall von Martin Sprinzl findet seine juristische "Aufarbeitung" und zynischen Abschluss.

http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/buxtehude/panorama/sind-vaeter-bei-sorgerechtsstreitigkeiten-vor-gericht-menschen-zweiter-klasse-d98368.html

Zitiert:

"...alle gegen meinen Sohn erhobenen Vorwürfe (sind) haltlos ", sagt der Vater des Toten."Für Martin kam das zu spät."

Ein Verfahren, dass der Vater gegen die Richterin angestrengt habe, sei eingestellt worden.

Eine Erklärung dazu kann das Buxtehuder Gericht nicht abgeben.

Amtsgerichtsdirektor Dr. Norbert Aping, der selbst Familienrichter ist.

"Diese Fälle sind nicht-öffentlich  und daher kann ich mich dazu nicht äußern."

Er betont, dass einzig das Wohl des Kindes im Mittelpunkt stehe..."

Ach so!

Der Suizid des Vaters war nicht öffentlich.

Wenn der Tod des Vaters denn dem Kindeswohl dient ?!

 

"Der Gesetzgeber  hat das Kindeswohl in die Hände von Stümpern und Dilettanten gelegt:

Familiengerichte, Jugendämter und eine nur an Profit orientierte parasitäre Helferindustrie.

Redliche Väter werden von ihnen ausgegrenzt,  finanziell ruiniert und kriminalisiert. Zum "Wohle" des Kindes.

Wer Elternteile entsorgt ist Teil des Problems",meinte Gerald Emmermann bereits vor Jahren.

 

Wer sich seiner Verantwortung als Familienrichter mit rabulistischen  Phrasen entzieht ebenso, meint Papa Bolle.😈

 

 
Freitag war´s.
Auf dem Programm stand Renovierung.
Der Umgang mit Farbe, Pinsel und Farbroller am Stiel gehört nicht zu meinem täglichen Brot.
Die Sonne hatte sich bereits verabschiedet als ich endlich die wacklige Leiter gegen den bequemen Fernsehsessel eintauschen konnte.
Ich war fertig, k.o.  und froh.
Die Lohnzahlung bestand aus Nackenschmerzen.
Einen Bonus gab es auch.
Gut gekühltes Schwarzbier stand parat.

"Mister Glotzkowsky" lief sich warm.
Freitagabend und Fernsehen?
Heute war meine Frau die Herrin der Fernbedienung.
Bei Arte beendete sie ihr Zapping.

"Ich werde nicht schweigen" hieß der Fernsehfilm mit dem der Sender in die Primetime startete.

"Typischer Rosamunde-Frauen-Film" brubbelte ich und griff nach dem Laptop.
Ich halte mich für multitaskingfähig - zumindest beim sogenannten Wohlfühlfernsehen mit schönen bunten Bildern bei geringer Handlung.
Die Zeit mit Schwarzbier und Freitagabendfilm konnte ich zusätzlich für die Arbeit an meiner Homepage sorgerechtapartheid.de nutzen.

Wie der Film liegt auch der Focus meiner Website auf deutsche Geschehnisse der Nachkriegszeit.
Nun sind zwar die Jahre 1948/49 in Oldenburg nicht so leicht mit den Berlinern von 2003 bis 2017 zu vergleichen, doch staatliches Unrecht offenbart erstaunlich viele Parallelen.
Obwohl das Historienspiel und die gute schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin zunehmend meinen Blick vom Laptop zum Fernseher umleitete, muss ich wohl doch mehrfach, die für mich körperlich ungewohnte Malerei, das Schwingen von Pinsel, Rolle und Bürste, forderte seinen Tribut, in den Sekundenschlaf abgedriftet sein.

Gegen drei viertel Zehn blinzelte ich verschnarcht, sah die letzte Filmeinstellung und las die sich nach oben verschiebende Schrift:

"Das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg und seine Abteilung für Familiensachen galt lange als "saubere", rechtstaatliche Einrichtung.

Erst 2067 kam durch die historische Aufarbeitung die Wahrheit ans Licht.

Am Familiengericht wurde Apartheit, die Trennung der Kinder von ihren Vätern, betrieben.

Mangelnde Qualifikation,  ideologische Willkür, brutale Gewalt und manifeste Verletzung von Artikel 1 GG ließ unzählige Kinder  das Trauma des Vaterverlustes erleiden. Eine unbekannte Zahl von Menschen fanden den finanziellen Ruin, erkrankten an seelischen Leiden und gingen in den Tod.

Richter und die Vertreter der Helferindustrie wurden nie für ihre Verbrechen belangt.

Seit 2070 erinnert eine Gedenkstätte an die grausamen Vorfälle...."

Hä ?!
2070.
Der Bildschirm des Laptops blieb dunkel.
Nun war ich doch etwas verdutzt.
2070 - ein Nachkiegsfilm?
Von jetzt auf gleich war ich putzmunter
Das Ende des Arte-Dramas sah gewiss anders aus.
Mich schien nur ein Traum gepackt und genarrt zu haben, aber "Ich werde nicht schweigen" ist ein guter Ansatz (nicht nur als Frauenfilm) gegen die Verdrängung staatlichen Unrechts, gegen die allgegenwärtige Apartheitpraxis der Familiengerichtsbarkeit  im Auftrag der systematischen Familienzerstörer, oder?!

Gegen die Eigenlobhudelei der Täter und Täterinnen hilft kein Schweigen.